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„WIR MACHEN ZIG VERSCHIEDENE GELÄNDER – WAS IST BEI UNS SCHON STANDARD?“

Rainer Plessing im Interview zum Thema Kreativität

Im Zentrum von Remseck liegen Werkstatt, Büro und Wohnhaus von Rainer Plessing. Elf Mitarbeiter arbeiten hier auf ca. 350 Quadratmetern. Bereits der Großvater von Rainer Plessing, der das Unternehmen 1931 übernommen hat, engagierte sich aktiv am Gemeindeleben, der Vater war als Obermeister in der Innung aktiv. Rainer Plessing macht gleich beides und widmet sich in seiner Freizeit mit Leidenschaft dem Sport, der Geographie und der Geschichte.
Herr Plessing, wie setzt sich Ihr Kundenstamm zusammen? Wie kommen Sie an Aufträge?

In der Regel kontaktieren uns die Kunden. Ich mache etwa 70 Prozent meiner Umsätze mit Industriebetrieben. Früher gab es in den Betrieben eigene Betriebsschlosser, aber das ist heute alles „outgesourct“. Die restlichen 30% der Aufträge kommen von der Kommune, Architekten und Privatleuten.

Was war 2014 Ihr spannendstes Projekt und warum?

Ich habe in letzter Zeit einige Male für einen Künstler gearbeitet. Spannend war vor allem das Kunstprojekt „Wasserflammen“ im letzten Jahr. (siehe Foto) Der Künstler Branko Smon wohnt hier in Remseck und ist auch überregional bekannt. Wir haben schon viele seiner Kunstprojekte gemeinsam verwirklicht. Bei den „Wasserflammen“ hat er den Entwurf erstellt, und wir haben es dann umgesetzt. Die Medien haben häufig Bilder von diesem Objekt veröffentlicht. Darauf sind nicht nur wir, sondern auch unser Bürgermeister total stolz.

Früher gab es hier in Aldingen – ein Ortsteil von Remseck – eine große Firma, die auf Innenausbau spezialisiert war. Konzertsäle, Opern, alles Mögliche. Wir haben dort meistens die Stahlteile gefertigt. Zu der Zeit war ich in Berlin, als auch die kleine Philharmonie gebaut wurde. Da kam sogar mal der Dirigent Herbert von Karajan. Das war ein echtes Erlebnis. Alle mussten ganz ruhig sein. Der alte Herr kam tippelnd in den Saal und hat die Akustik begutachtet. Das war für mich persönlich total beeindruckend.

Was ärgert Sie beim Arbeiten, was würden Sie gerne ändern?

antwortet sofort: Die Bürokratie! Und die Reglementierung. Alles wird mittlerweile irgendwie reglementiert. Und leider ist das Standing unseres Berufs nach außen sehr verbesserungswürdig. Den plumpen Schlosser, den gibt es so nicht mehr. Wir gehen zum Beispiel gerne zu Kunstausstellungen, aber das vermutet man gar nicht oder traut es uns nicht zu. Oft wird man ein bisschen als Hinterwäldler hingestellt. Aber daran wird sich vermutlich so schnell nichts ändern. Und übrigens: In Ludwigsburg gibt es ein Justizvollzugsmuseum. Da steht eine Guillotine. Von den letzten 10 Leuten, die damit geköpft wurden, waren 8 Schlosser. Ist das nicht merkwürdig? (schmunzelt)

Das ist wirklich merkwürdig! Nun zu einem anderen Thema, Herr Plessing: Was macht einen guten Lieferanten für Sie aus?

Ein Lieferant muss vor allem Termine einhalten. Zugesagte Termine dürfen nicht abweichen. Und man muss einen guten Zugang haben. Ich meine, wenn man anruft, sollte man gleich durchkommen. Der Preis ist dann eher zweitrangig. Wichtig ist mir vor allem ein guter Kontakt zum Betrieb und die Termine müssen klappen.

Was schätzen Sie an MEVACO?

Erstens wird schnell geliefert, das ist gut. Und zweitens hat man freundliches Personal am Telefon. Da hat man nie den Eindruck, dass man stört. Und – es ist zwar nur eine Kleinigkeit, aber das kommt immer gut an: die Gummibärchen. Bei jeder Lieferung wird eine kleine Tüte mitgeliefert. Das kommt bei mir und meinen Mitarbeitern total gut an. Dafür ist MEVACO bekannt. Neulich haben wir von einem anderen Lieferant auch Gummibärchen bekommen - und wir dachten dann sofort an MEVACO.

Was meinen Sie – fordert Ihre Arbeit Ihre Kreativität?

Ja – na klar. Ich hatte beispielweise letztes Jahr zwei größere Aufträge. Da hat der Kunde eigentlich nur die Rahmenbedingungen vorgeben. Es hieß nur: „So und so muss es in etwa aussehen!“, und dann: „Mach mal!“. Der Kunde hatte einen hausinternen Architekten, der für ganz Deutschland zuständig ist und daher kaum Zeit hatte. Deshalb musste ich im Prinzip alles selbst entwickeln. Bei der Planung, Realisation und Fertigstellung hatte ich gar keine großen Vorgaben. Wichtig war das Ergebnis. Aber wie ich zu diesem Ergebnis kommen würde, war letztlich egal. Da konnte ich mir also reichlich Gedanken machen und hatte freie Hand. Das fand ich sehr spannend. Da ist man dann echt gefordert und man stellt sich Fragen: Wie macht man das oder jenes? Welches Material verwendet man? Und so weiter. Kreativität beziehe ich nicht nur auf die künstlerische Kreativität, sondern sehe sie im Allgemeinen. Wie gestalte ich so, dass am Ende das gewünschte Produkt entsteht? Und das ist das Tolle dabei: wir müssen nicht nur streng nach irgendwelchen Zeichnungen von Architekten arbeiten, sondern können selbst Ideen einbringen. Kreativität ist auch häufig bei Aufträgen von Privatleuten gefragt. Gerade in der Beratung. Da kann ich schon bei den Vorschlägen sehr kreativ sein.

Wie wichtig ist es Ihnen, auch ausgefallene Kundenwünsche erfüllen zu können?

Das ist dann natürlich das Sahnehäubchen. Manche Dinge, die man nicht jeden Tag macht, empfindet man als kleinen Ausbruch aus dem Alltag. Auf diese Projekte ist man dann auch besonders stolz. Und so etwas hebt mich und meinen Betrieb auch von Wettbewerbern ab. Man sollte einfach keine Angst vor neuen Aufgaben haben.

"Erstens wird schnell geliefert, das ist gut. Und zweitens hat man freundliches Personal am Telefon."

Wie viele Ihrer Aufträge würden Sie als Standard bezeichnen und wie viele als „Sonderwünsche“?

Wir machen zig verschiedene Geländer, was ist bei uns schon Standard?

"Ich möchte zukünftig schon verstärkt fertiges Material beziehen. Ich habe das bereits ausprobiert und gemerkt, dass das meine Arbeit definitiv erleichtert."

Haben Sie Freude an kreativen Lösungen oder empfinden Sie diese als zu aufwändig?

Ja – das macht schon Spaß. Und ich habe auch einen Meister, der enorm kreativ ist. Der begeistert sich sehr für solche Aufträge, aber mir selbst macht es natürlich auch Spaß.

Wo schlägt Ihr Herz - am Schreibtisch oder in der Werkstatt?

Also am Schreibtisch definitiv nicht. Aber ich verbringe leider 90 Prozent meiner Zeit am Schreibtisch. Das geht gar nicht anders bei dieser Betriebsgröße. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, arbeite ich am liebsten samstags. Da müssen wir häufig in Industriebetriebe, bei denen es nur samstags geht. Da nehme ich gute Mitarbeiter mit, werde nicht durchs Telefon gestört und ich kann mal am Stück etwas realisieren.

Wie oft nutzen Sie das Angebot von MEVACO, ganz genau nach Ihren Vorgaben zu fertigen – also die Wunschprodukte?

Erst letzte Woche habe ich etwas bestellt. Ein Lochblech, ringsum mit einem Rand. Aber da wir selber eine Blechschere haben und auch selbst kanten können, machen wir viel selber. Aber ich möchte zukünftig schon verstärkt fertiges Material beziehen. Ich habe das bereits ausprobiert und gemerkt, dass das meine Arbeit definitiv erleichtert.

Wie gut kennen Sie sich mit den Wunschprodukten von MEVACO aus? Kommen Sie gut mit dem Konfigurieren von Wunschprodukten zurecht?

Ich muss gestehen, dass ich mich damit noch gar nicht so intensiv befasst habe.

Darf ich Ihnen das mal zeigen, was es da alles gibt? (Wir werfen gemeinsam einen Blick in den Katalog.) Da gibt es eine Extra-Seite für Streckmetall, zwei für Lochbleche und eine für Gitter. Das können Sie dann telefonisch oder online bestellen.

Oh – das ist toll. So wie das Teil letzte Woche – mit umlaufend freiem Rand. Die Teile sind für ein Projekt bestellt worden, bei dem wir nachträglich ein Geländer verkleiden müssen. Wenn es eine geradreihige Quadratlochung ist, kann man sich das selber einteilen und entsprechend zuschneiden. Aber bei versetzten Lochungen macht es schon Sinn, wenn man es gleich fertig bestellen kann – egal ob online oder am Telefon. Aber es ist gut zu wissen, was da bei MEVACO noch alles möglich ist. Toll.

Auf was sind Sie bei Ihrer Arbeit stolz?

„Dass wir ein nachhaltiges Produkt herstellen. Ich freue mich immer, wenn wir an irgendeinem Produkt vorbeikommen, das mein Vater oder ich vor 20 oder 30 Jahren gemacht haben. Man wird immer wieder mit der eigenen Arbeit konfrontiert. Das ist das Tolle an unserer Arbeit. Anders, als beim Bäcker oder Metzger. Deren Produkt ist nach dem Verzehr einfach weg (schmunzelt)“

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